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Embark Panel Test

Geschrieben am 24. Januar 2021 | Abgelegt unter 4-Paws, Activities, Fortbildungen & Öffis

Violane’s Embark Panel Test ist fertig! Dabei wird die DNA Probe 2 – 8x in einem über 200.000 Marker großen Labor auf Mutationen untersucht. Mittlerweile werden 190 Erkrankungen berücksichtigt (vor 1,5 Jahren waren es noch 180). Violane ist ein gesunder DM Träger und ansonsten wurde keine der getesteten 189 Varianten gefunden (wobei nur ca. 17 rasserelevant waren)!

Warum wir uns 2019 entschieden haben zukünftig diesem Screening Programm zu folgen?
Nicht nur weil mit einer Speichelprobe die DNA der Hunde auf weit über 100 Erkrankungen sowie Eigenschaften abgesucht wird, sondern wir im gleichen Atemzug auch sehr viele Infos über den genetischen Inzuchtkoeffizienten der Hunde erhalten und nicht zuletzt weil EMBARK im Gegensatz zu anderen Anbietern Forschungspartner der Cornell University ist.

Warum ist das für mich wichtig?
Die Rasse wurde auf einen sehr kleinen Genpool aufgebaut und aus diversen Gründen erlebt die Rasse immer wieder ein Flaschenhals-Phänomen. Hinzu kommen Popular Sires die extensiv genutzt werden und die Vorliebe mancher Züchter Linienzuchten als Werkzeug zu nutzen um den nächsten Ausstellungs Champion zu kreiieren. Das Resultat ist eine Rasse die beim genetischen Inzuchtkoeffizienten im Vergleich mit allen Rassen weltweit im oberen Drittel liegt.

Warum dieser Zeitpunkt?
Bis ins Jahr 2016 war es leicht (aber bereits zeitintensiv) die Linien abzusuchen und einen Eindruck zu gewinnen ob es viele In- und Linienzuchten bei den Vorfahren gegeben hat. Mit jeder Generation rutschen aber die Linienzuchten zwischen zB 1970 – 2000 in immer weitere Ferne – mit anderen Worten: seit 2015/2016 wird es immer schwieriger nach der 10. Generation noch eine exakte Vorstellung zu bekommen wie oft Hund XYZ aufzufinden ist.

Natürlich: jemand der sich seit über 15 Jahren mit den Abstammungen beschäftigt, hat noch immer ein ziemlich gutes Gespür wie viel Diversität dahinter steckt, allerdings exakte, handfeste Zahlen fallen auch mir zusehends schwerer. Für mich bzw. für viele Züchter ist das dennoch wichtig zu wissen, denn die DNA vergisst nicht und einmal verlorene Diversität in den Abschnitten lässt sich nicht wieder rekonstruieren.

Ich möchte aus diesem Grund nun mal nicht einen (oder sogar mehrere) Popular Sire(s) 14x in einer Ahnentafel in 10 Generationen antreffen und einen Verlust der genetischen Varianz hinnehmen (Mehr zum Thema: in einem Beitrag von Prof. Sommerfeld-Stur). Somit setzen wir seit 2019 gemeinsam mit einer ganzen Handvoll Züchtern weltweit anstelle der Abstammungsprogramme mit rechnerischen Werten (die allesamt fehlerbehaftet sind) auf eine neue Karte: die Molekulargenetik.

Violane ist jetzt der 3. Hund aus bzw. im Snowfire Gems Team, mit einem guten Ergebnis innerhalb der Rasse:

Dank ihres australischen Vaters und der amerikanischen Mutter haben wir einen Wert von 21 % welcher annäherend Shadow’s 23 % gleicht (einem Rüden aus unserem A-Wurf mit amerikanischer und brasilianischer Abstammung). [Zum Vergleich: der genetische Inzuchtkoeffizient unterscheidet sich Grundlegend von dem rechnerischen Inzuchtkoeffizient bei Abstammungsprogrammen. Diese sind nämlich stark eingeschränkt zu beurteilen und zeigen Werte von unter 5 % in 6 Generationen bei fast allen Weissen Schäferhunden. Nach der 8. Generation wird der Inzuchtkoeffizient aber eigentlich erst interessant … und das schaffen eben fast keine handelsüblichen, erschwinglichen Programme]

Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, so ist das womöglich für den einen oder anderen ein Denkanstoss welchen Aufwand es mittlerweile bedarf um diese genetischen Werte zu halten (oder minimal zu senken)! Ich rede klar von halten, denn eine Senkung auf unter 10 % ist innerhalb der Rasse im Gegensatz zB beim Labrador Retriever realistischerweise leider kaum mehr möglich – ich ziehe vor jedem den Hut der dies doch noch zu schaffen vermag! Jede Linienzucht vor 50, 40, 30, 20, 10 Jahren spiegelt sich in diesen Zahlen und jede Linienzucht aktuell treibt diese Prozentzahlen Stück für Stück, Generation für Generation nach oben. Wenn nun wer behauptet ihn interessiere das nicht, dann nehme ich das mittlerweile schweigend hin und diskutiere nach 15 Jahren nicht mehr! Meine Meinung ist sowieso irrelevant – denn diese Zahlen sind Fakten und zwar Fakten mit langfristigen Folgen: Einbussen bei Langlebigkeit und Infertilität beginnen bei COI Werten > 35 %

Und weil ich neulich darauf angesprochen wurde hier ein paar Durschnittszahlen von anderen Rassen im Vergleich:

  • Malinois ca. 10 %
  • Labrador Retriever 10 %
  • American Bully ca 13 %
  • Siberian Husky ca. 15 %
  • Golden Retriever ca. 15 %
  • Deutscher Schäfer ca. 25 %
  • Akita Inu ca. 25 %
  • Silken Windhound ca. 25 %
  • Schipperke ca. 30 %
  • Clumber Spaniel ca. 40 %

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