what it really takes

 

 

  

 

  

 

 

 

 

Aus dem Leben eines Züchters

      What it really takes ...

 
Wenngleich noch immer nachdenklich, schmunzeln wir mittlerweile darüber ...
Bei unserem ersten Wurf hatten wir über 90 Anfragen für 8 Welpen, bei denen aber von Anfang an klar war, dass nur 7 einen Lebensplatz suchen, weil definitiv einer hier bleiben sollte. Unsere Puppies haben nun die besten Lebensplätze bekommen, die man sich wünschen kann - bis dahin war es aber ein steiler Weg.
Unserem ersten Wurf ging jahrelange Planung voraus und so hat er eines am Meisten angezogen: Neider! Besagte Leute wollen Hunde quasi geschenkt, während deren Eltern ein regelrechtes Prozedere an aufwändigen, teuren (Gen)Tests für die bestmögliche Absicherung unterzogen werden  sollen um dann selbst Welpen aufzuziehen ohne die eigenen Hunde überhaupt auf absolut Essenzielles zu untersuchen. Diese Diskrepanz ist einfach nur erschreckend – Züchten (auch einmaliger Wurf) ja, aber dann richtig.

  
Wisst ihr tatsächlich was alles notwendig ist um Hunde mit Passion zu züchten?
Es sollte selbstredend sein, dass dies die Grundvoraussetzungen sind um einen Wurf aufzuziehen:
-    Angeeignetes Wissen rund um die Rasse, Abläufe, Zucht und Aufzucht ...
-    Viel Zeit und Geduld (was kaum jemand sieht und nie adäquat kompensiert werden kann)
-    Ausreichend Platz (auch für große Würfe)
-    Finanzielle Absicherung (für kleine Würfe die keine Kosten decken oder Komplikationen)

   
Ganz nach dem Motto: das bisschen Hundefutter rechtfertigt nicht den Welpenpreis, sollte eigentlich schon bis zu jedem durchgedrungen sein, dass es damit bei weitem nicht getan ist:

  
Neben tierärztlicher Versorgung, Wurfkontrollen, Impfung und EU Heimtierausweis, Entwurmung, Mikrochips, Ahnentafeln, Aufzuchtskosten, täglich 2 Waschmaschinenladungen, unzähligen Küchenrollen, Reinigungsmitteln & Desinfektion, Spielsachen, Welpenspielgeräte etc.
   

Müssen die hoffentlich selektierten Elterntiere einmal die Zuchttauglichkeit nach Gesundheitsauswertungen, Wesenstest, Prüfungen und Ausstellungen erhalten.  

  
Für den Züchter wiederum entstehen Kosten durch Zuchtstättenname, Züchterprüfung und Vereinskosten sowie eventueller Kosten aufgrund Urlaub für eine optimale Betreuung, "obligaten" Veranstaltungen ...

   
Was es jedoch wirklich bedeutet zu züchten

  
Ich habe viel Engagement in dieses Hobby gesteckt seit ich 15 war. Nahezu jeden einzelnen Tag habe ich seither mit eigenen oder fremden Vierbeinern verbracht, mich um sie gekümmert, gepflegt, trainiert und dies mit einer "Arbeitszeit" von weit mehr als 10.000 Stunden, umgerechnet mehr als ein ganzes Jahr in meinem bisherigen Leben. Ich weiß gleichermaßen was es bedeutet Häufchen einzusammeln als auch fingernägelkauend mit den Stories anderer mitzufiebern.

  
Ich habe in den vergangenen 10 Jahren an die 4000 Stunden damit verbracht Ahnentafeln, mögliche Linienzusammenführungen und Resultate aus der Vergangenheit gleichermaßen wie aus Gegenwart aus der ganzen Welt zu studieren.

  
Ich als Telefonmuffel bin mehrere hundert Stunden am Telefon zum Informationsaustausch gehangen, habe Seminare besucht und Bücher rauf und runter gelesen.

     
Jeder darf sich selbst ausrechnen  was diese "Arbeitszeit" bei durchschnittlichem Einkommen in Österreich wert ist.

  
Ich habe während meiner Schulzeit nicht wenige Stunden in der Gastronomie gejobbt und mir jeden Cent auf die Seite gelegt um mir meinen Traum von einer Outcrosshündin zu erfüllen, weil ich mein Zuchtprogramm nicht mit Linienzuchten beginnen wollte. Ruby nach Europa zu holen hat im Endeffekt das Doppelte als erwartet gekostet.

   
Ich bin für und bis zu unserem ersten Wurf, allen Auflagen etc.

mit knapp 42.000 km alleinig mit Ruby einmal um die Welt gereist.

Die km die Topaz in seinem Leben zurückgelegt hat, sind da noch nicht mitkalkuliert – müsste man jedoch theoretisch, da er für unseren 1. Wurf vorgesehen war. Es weiß sich ein jeder Besseres in seiner Freizeit anzufangen als diese in Autos und Flugzeugen zu verbringen.

  
Ach ja, was Topaz betrifft – so habe ich 17 Deckanfragen abgewiesen, weil seine Verwandtschaft für gleiche Linienzusammenführungen schon verwendet wurde und der Rasse damit kein Dienst erwiesen worden wäre! Den Verlust darf sich auch jeder selbst ausrechnen.

  
Diese Zahlen fallen sowieso unter den Tisch - also lasse ich sie einfach außen vor. Was „reale“ Zahlen betrifft, so liegen Belege großteils erst seit 3 Jahren in meiner Kiste. Nach dem unverschämten Anrufer im Februar 2014 habe ich diese kurz aufgearbeitet, zur Kenntnis genommen und ad Acta gelegt. Das es ein beachtliches Minus unterm Strich ist habe ich geahnt, die Aufstellung hat mich nun aber selbst aus den Schuhen gehoben.  

  
Ich werde hier keine Zahlen nennen, es soll jeder der möchte das Abenteuer Zucht wagen in der Hoffnung, dass er einen optimalen Start hat. Ich möchte lediglich zu bedenken geben, dass einiges falsch läuft wenn jemand behauptet mit Hundezucht auch nur einen Cent verdient zu haben. Egal ob man seine Ziele in der Show, in der Leistung oder eben in speziellen Linienzusammenführungen sieht, in einer ordentlichen Zucht decken die Welpenpreise bestenfalls(!) die Kosten. Wenn es dann zu Komplikationen kommt, man eine wertvolle Zuchthündin vorzeitig in Pension schickt, kann man die Unsummen nur schätzen. Zahlreiche schlaflose Nächte und als Draufgabe ein zerplatzter Traum einer Linienzusammenführung die (so) nicht zustande kommt, kann niemand bemessen. Übrig bleibt für passionierte Züchter alleinig die Hoffnung, dass die ausgewählte Nachzucht zur Weiterzucht gelangt – wenn auch nur ein einziger den steinigen, langen Weg schafft, ist das Ziel erreicht!

  
Unterm Strich sind jedoch die Liebe, das Lachen, die Freu(n)de und die Tränen die unsere Hunde in unser Leben gebracht habe nicht in Zahlen zu erfassen. Diese sind Grund genug warum wir dieses Hobby so lieben, denn nichts ist (sowohl im positiven als auch im negativen) „umsonst“ wenn man Hunde züchtet.  

  
Die Hingabe für nur einen Welpen,
für den vielleicht nächsten Wurf ist irreal
in der Welt der passionierten Züchter!  

 

T.L., Februar 2014

 

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