Kastration - Pro und Kontra

      Pro and cons about neutering vs. intact pets ...

 

Es handelt sich dabei um eine individuelle Entscheidung betreffend des Hundes und der Lebenssituation, daher gibt es auch hier keine pauschale Antwort von uns!

Ausführliche Infos zum Thema:
http://www.tiernaturheilpraktik.de/files/Kastration.pdf

 

Was wir definitiv ablehnen ist das frühzeitige Kastrieren sowohl von Hündinnen als auch von Rüden, da dies einen groben Eingriff in die Entwicklung des Hundes darstellt. Die Hunde sollten zumindest das 12. Lebensmonat vollendet haben, besser wäre das 18.

"Aber"

Gerade von Hündinnenbesitzern hören wir oft das diese vor der 1. Läufigkeit kastriert werden sollten, da es die Entwicklung von Mammatumoren verhindert. Nein, die Kastration ist dafür keine Garantie. Sie senkt lediglich das Risiko dafür. Gleichzeitig steigt dafür das Risiko für andere Tumorarten ... dies wird leider bei der Aufklärung selten erwähnt!

Ein bisschen Statistik

Vorteile der Kastration:
- wenn vor der 3. Läufigkeit durchgeführt, wird das Risiko für Gesäugekrebs reduziert. Nach der 3. Läufigkeit gibt es keinen Benefit mehr (die Hündinnen erkankren mit Kastration / ohne in gleicher Häufigkeit)
- An Pyometra erkranken ca. 20 % aller nicht-kastrierten Hündinnen (eine Kastration verhindert allerdings keine Stumpfpyometra)
- sie reduziert das Risiko von Perianalfisteln
- sie beseitigt das eher geringe Risiko (<0,5%) für Gebärmutter-, Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs

Nachteile der Kastration:
- wenn vor einem Alter von 1 Jahr durchgeführt, steigt das Risiko für Osteosarkom (Knochenkrebs) erheblich an
- sie erhöht das Risiko für Hämangiosarkom (Blutgefäßkrebs) in der Milz um das 2,2-fache und im Herz um das über 5-fache
- verdreifacht das Risiko für Schilddrüsenunterfunktion
- erhöht das Risiko für Fettleibigkeit um das 1,6 - 2 -fache, ein häufiges Gesundheitsproblem bei Hunden, mit vielen Folgeproblemen (z.B. Gelenksprobleme)
- sie verursacht Inkontinenz bei bis zu 20% der Hündinnen
- sie erhöht das Risiko für ständige oder chronische Harnwegsinfekte um das 3 - 4 - fache
- sie verdoppelt das Risiko (< 1%) für Blasenkrebs 

Quelle: http://www.naiaonline.org/pdfs/LongTermHealthEffectsOfSpayNeuterInDogs.pdf

 

Welche Gründe gibt es für eine Kastration?

Im Grunde gibt es nur einen einzigen Gerechtfertigten: der Hund ist erkrankt und aus medizinischer Sicht würde eine Kastration zur Heilung, Linderung oder Verbesserung der Situation beitragen.

Beim Rüden sind dies unter anderem:

  • Eitrige Vorhautentzündungen
  • Veränderungen an den Hoden
  • in der Bauchhöhle verbliebener Hoden 
  • Tumorerkrankungen
  • sehr viele unkastrierte Hündinnen in der Nähe und der Rüde dermaßen unter Dauerstress steht, dass er entweder nicht mehr frisst oder sein Immunsystem gar schon geschwächt wird 
  • Wenn ein Rüde an wiederkehrenden Problemen mit der Prostata leidet

Bei der Hündin wären es:

  • wiederkehrende Scheinschwangerschaften
  • Gebärmutterentzündungen und Vereiterungen, Eierstockzysten
  • zyklusabhängigen Gesäugetumoren
  • hormonell bedingten Erkrankungen

Und NEIN, eine Kastration ist definitiv kein Mittel gegen Verhaltensstörungen oder Erziehungsfehler. Wenn dies vorgeschlagen wird wechseln Sie bitte den Hundetrainer! Denn eine Kastration hilft wenn überhaupt nur im Verhalten eines sexuell hyperaktiven Hundes.

 

Alles Gute bei der Entscheidungsfindung

 

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