Degenerative Myelopathy (DM)

      a usefull tool or not ...

 

Meine Gedanken zu diesem viel geworbenen Gentest!
Bereits vor Jahren gab es einen Hype zur DM in Übersee. Wie kann es auch anders sein, ist dieser Hype auch nach Europa geschwappt. Bereits zu dem Zeitpunkt gab es Meldungen, dass Hunde die lt. Gentest als „Betroffen“ galten, bis zu ihrem Tod keine Ausfall zeigten. Nun gut, darüber lässt sich streiten, weil besagte Hunde vielleicht aufgrund Tumoren etc. „vorzeitig“ aus dem Leben gerissen wurden, daher gar nicht die Altersgrenze erreichten, damit die DM zum Vorschein kam.

Jedoch gab es auch bereits damals Meldungen über „falsche Ergebnisse“ – sprich: Hunde die laut Gentest als FREI ausgewertet wurden, wurden bei einer Autopsie als DM BETROFFEN bestätigt und scheinbar auch umgekehrt. Ich bin zuversichtlich, dass in all diesen Fällen sowohl das Labor beim Gentest als auch der Pathologe bei der postmortem Necropsy korrekt gearbeitet hat. Denn schließlich gab es bereits vor Jahren Diskussionen ob die DM nicht einen polygenen Ursprung hat, daher mehr als nur ein Gen Einfluss darauf haben.

Beim aktuell zur Verfügung stehenden DM Test wird lediglich das SOD-1 Gen berücksichtigt! Es wird damit assoziiert - PUNKT! Ein einzelnes Gen sagt aber eher begrenzt etwas darüber aus, falls sich die Polygenie bei der DM bestätigen sollte. Bis zum aktuellen Zeitpunkt kann lediglich eine Autopsie verifizieren ob ein Hund tatsächlich an einer DM gelitten hat oder nicht!

Korrekt ist es …
… zuchthygenische Maßnahmen zu treffen – sprich: hat sich jemand dazu entschlossen diesen Test durchzuführen und ein Betroffenes oder Trägertier in seinem Zuchtbestand, muss er eine entsprechende Partnerwahl bei seinen Wurfplanungen treffen. Man kann sich nicht herausreden, dass der Hund keine Beschwerden hat. Das SOD-1 Gen wird nun mal mit der DM assoziiert und daher ist ein getesteter, frei ausgewerteter Partner zu wählen.

Falsch ist es …
… aus Unwissenheit Panik zu verbreiten. Ein betroffenes Tier kann bis zum letzten Atemzug beschwerdefrei leben. Andererseits: ein DM freies Tier kann trotzdem an neurologischen Beschwerden leiden (ich nehme eine tatsächliche DM sehr wohl ernst, jedoch gibt es zahlreiche Erkrankungen die nahezu identische Symptome hervorrufen. Daher wird meist nach Ausschlussverfahren diagnostiziert – übrig bleibt die DM!)

Falsch ist es auch …
… basierend allein auf dem SOD1-Gentest, ein DM Defekt ausgewertetes, aber beschwerdefreies Tier, mit beschwerdefreien Eltern, Geschwistern und Verwandten, lediglich aufgrund dieses eines Gentests (mit rezessivem Erbgang) aus der Zucht zu nehmen und schlimmstenfalls sogar eine Verlagerung des Genpools zugunsten anderer Probleme hervorzurufen. Im entsprechenden Fall ist immer das Individuum als Ganzes zu betrachten.

Abschließender Gedanke
Ich respektiere jeden, der erklärt, dass er nicht Proben einsenden wird solange die Ätiologie nicht vollständig geklärt ist. Ich respektiere auch all jene die den DM Test als wichtiges Werkzeug sehen. Paradox ist, dass der Hype um die DM gerade von jenen Züchtern verbreitet wird, deren Hunde/Linien eh nicht älter als 8 Jahre werden! Es sollte also folgendes auf die Waagschale gelegt werden: ein Hund mit einer DM hat keine Schmerzen, sondern einen Funktionsverlust. Er kann 8 - 12 Jahre ein wunderschönes Leben führen, bevor Anzeichen erscheinen. Ein anderer Hund mit anderen Defekten oder gar Krankheiten hat zeitlebens Probleme, Schmerzen etc. und erreicht dieses Alter vielleicht gar nicht. Ich selbst würde mir bei so manchen Rassen eine Priorität bei anderen Tests wünschen.

 

April 2013

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